Entstehung (Oktober 2014 – Juli 2015)

Die Idee des Waste Walks wird bereits 2012 auf einer Reise durch Tansania geboren. Einem der späteren Organisatoren, Felix Garbe, fällt auf einer Fahrt von Pangani nach Moshi auf, was den meisten Reisenden schnell ins Auge sticht: Links und rechts der Hauptstraßen, die Tansania durchziehen, sammeln sich große Mengen Plastikmüll. Auf den Strecken zwischen den Dörfern und Städten stammt dieser Müll hauptsächlich von den vielen Reisebussen und ihren Passagieren, in den Ortschaften selbst landet der gesamte Müll der Bewohner neben der Straße.

Es ist von Beginn an klar, dass diese massive Umweltbelastung nicht nur durch die Unwissenheit oder Achtlosigkeit der Menschen, sondern auch den Mangel eines tragfähigen Abfallsystems verursacht wird.

Im Oktober 2014 beginnt schließlich die konkrete Projektplanung. Der Waste Walk soll an zwei Punkten ansetzen: Zum einen dürfte eine Gruppe von Freiwilligen, die einmal quer durch Tansania wandern, den Müll einsammeln und Diskussionen zu dem Thema anstoßen, große Aufmerksamkeit auf Plastik als ernstzunehmende Umweltbelastung lenken; zum anderen sollte im Zuge des Waste Walks eine langfristige Lösung gefunden werden, die auch nach Abschluss des Projekt bestehen bleibt.

Zunächst muss die Website erstellt werden, die den Waste Walk vorstellen und um Unterstützung werben soll. Dazu schreiben Hanna Hintermayr und Felix Garbe die benötigten Texte, übersetzen sie ins Englische, suchen Bildmaterial zusammen und gestalten ein Formular, über welches sich Freiwillige dem Projekt anschließen können. In den folgenden Monaten wird das Projekt unter Freunden & Bekannten verbreitet, über das Internet & Printmedien publiziert und vor allem in Wien von Stefan Zieglgänsberger beworben. Es schließen sich 3 Tansanier, 7 Österreicher, 2 Belgier und 6 Deutsche dem Projekt an, von denen jeder nach und nach eigenständig seine Reisevorbereitung beginnt.

Parallel zur Zusammenstellung des Teams müssen viele Vorbereitungen für den geplanten Ablauf getroffen werden. Über das Netzwerk des Vereins Bonfaremo e.V., für den mehrere der Organisatoren und Teilnehmer bereits in Tansania waren, werden Menschen vor Ort als Berater und Partner hinzugezogen. Bereits aus Europa soll somit über die Leiter zweiter Bonfaremo-Projekte (Gasiano Senzighe und Grace Mngara), ein LKW und die benötigte Ausrüstung organisiert werden, was jedoch kaum gelingt. Über das Internet wird versucht die Freiwilligen zu vernetzen, in die Organisation miteinzubinden und an Entscheidungen zu beteiligen, was jedoch nur von wenigen angenommen wird. Außerdem sollen gemeinsam Spendengelder für die nötigen Ausgaben des Projekts gesammelt werden, wozu jedoch keiner der Freiwilligen im Vorfeld zu bewegen ist. Die einzigen Spenden zu diesem Zeitpunkt kommen von einer Mühldorfer Zeitung, die selbst über den Waste Walk berichtet und zwei Freunden der Organisatoren; und die einzige größere Anschaffung im Vorfeld, ein zuverlässiger Trinkwasserfilter, wird von den Organisatoren zunächst privat bezahlt.

Über Freunde von Freunden erfahren nach und nach viele Menschen von dem Projekt. Darunter ist auch ein Berliner Student namens Jonas Pluschke, der gerne seine Bachelorarbeit im Rahmen des Projekts schreiben möchte. Via Skype wird die Zusammenarbeit besprochen und schließlich ein Protokoll erstellt, das in Afrika am Ende jedes Tages ausgefüllt werden soll. Darin wird festgehalten, wie sich der gesammelte Müll zusammensetzt und wie die gelaufene Strecke geschaffen ist. Jonas selbst kann jedoch erst im September nach Tansania reisen und plant, sich dem Waste Walk am Ende anzuschließen.

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