Tag 8 – 10

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In Same erledigt jeder nötige oder auch unnötige Einkäufe, da es die letzte uns bekannte Stadt dieser Größe bis Dar es Salaam ist. Wir versuchen vergebens, das Anschauungsmaterial für den Vortrag auf Swahili drucken zu lassen, doch die Inkompetenz mehrerer Angestellter des Copy Shops macht uns einen Strich durch die Rechnung. Wir müssen aus zeitlichen Gründen unser Unterfangen unterbinden und gestehen die Kapitulation ein; der Land Rover fährt sonst ohne uns nach Gonja. Da die folgenden drei Tage als freie Zeit gelten, bleiben die Security Guards bei dem Truck, dem wir ungern die Strapazen der katastrophalen Straße nach Gonja zumuten möchten. Auch Robert und seine Schüler des Malage Centres begleiten uns nicht, sondern fahren zurück nach Kisangara, um den Vorrat an waste pickers aufzustocken und einige Reparaturen am Truck vorzunehmen. Als die abenteuerliche Fahrt durch die Berglandschaft überstanden ist, die ein Alptraum wäre für jeden von Klaustrophobie Geplagten, gönnen wir uns einen entspannten Abend in der grünen Idylle.
Der erste freie Tag ist wider unser aller Erwarten nicht vollständig von Arbeit befreit. Zusätzlich zur geplanten Besichtigung von Micheals Primary School überrascht er uns mit der Möglichkeit, dort sowie an der örtlichen Secondary School über unser Projekt zu sprechen. Unsere Motivation hält sich allerdings stark in Grenzen, da wir uns unseren freien Tag anders vorgestellt hatten. Wie sich später herausstellen wird, beeinträchtigt der Mangel an wahrer Freizeit im Laufe des Projekts die Arbeitsmoral einiger Teammitglieder spürbar. Nichtsdestotrotz halten unsere tansanischen Volontäre an der Mtii Secondary School unseren Vortrag vor den im Hof versammelten Schülern, Felix präsentiert unser Projekt den Lehrern, die größtenteils sehr teilnahmslos scheinen. An der von Michael mit geführten Primary School erklärt Grace den Kindern, warum Plastik schädlich für ihre Umwelt ist und nach einer kurzen Besichtigung der teilweise baufälligen Gebäude trennt sich unsere Gruppe. Hanna besucht mit Felix ihre ehemalige Gastfamilie im nahegelegen Ort Mombo, während das übrige Team zu Michael nach Hause zurückkehrt.
Am Tag darauf macht sich unser Gastgeber mitten in der Nacht auf den Weg nach Moshi, wir verlassen das Haus um 8:00 Uhr und nehmen ein am Vortag geordertes Taxi zurück nach Same. Dort werden wir herzlich von unseren Security Guards, Robert und den beiden Malage-Studenten empfangen. Robert hatte die Zeit für einige kleinere Reparaturen am Truck und einen Besuch des Malage Centres genutzt, um eine größere Summe Bargeld dort abzuliefern und damit den Truck abzubezahlen, nachdem wir in Same endlich einen funktionierenden und gefüllten ATM gefunden hatten. Am Busbahnhof wartet außerdem Teacher Kodawa auf uns, den Felix als Lehrer an der Msafiri English School bereits einige Jahre zuvor kennengelernt hatte. Inzwischen ist er Schulleiter der Same Hill Secondary School, an die er uns für diesen Abend einlädt. Bei unserer Ankunft dort präsentiert man uns eine Metalltonne voll mit Plastikmüll, den Lehrer und Schüler bereits im Vorfeld gesammelt hatten. Wir bauen gerade unsere Zelte hinter der Schule auf, als Marko, Felix und Thomas wieder zur Gruppe stoßen. Das Abendessen nehmen wir später zusammen mit den Lehrern der Schule und einigen Schülern ein und Hanna präsentiert das Projekt.

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